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Animal Study Registry

Die Datenbank Animal Study Registry ist ein Studienregister für Tierversuche, das im Januar 2019 am Deutschen Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) des BfR online geschaltet wurde. Die Datenbank soll die Qualität von wissenschaftlichen Studien steigern und dazu beitragen, dass auch Ergebnisse veröffentlicht werden von Studien, die nicht zu dem erwünschten Studienergebnis geführt haben. Denn gerade diese Experimente können für andere Forscherinnen und Forscher wichtige Hinweise enthalten und so Tierversuche vermeiden.

Link zur Webseite „Animal Study Registry“

Grafik zu Animal Study Registry

Eintrag ins Register hilft, Gedanken zu ordnen

In der digitalen und weltweit verfügbaren „Animal Study Registry” (ASR) können Forscherinnen und Forscher einen geplanten Tierversuch rasch, unentgeltlich und urheberrechtlich geschützt eintragen. Das Formular dient dabei als strukturierter Fragebogen: Detaillierte Fragen unterstützen, die Ideen zu sortieren, das Studiendesign zu entwickeln und die geeigneten Methoden und statistischen Verfahren zu wählen. Studiendetails können bis zu fünf Jahre für die Veröffentlichung gesperrt werden, um so geistigen Diebstahl zu erschweren.

Wer registriert, ist glaubwürdiger

Das Studienregister unterstützt nicht nur bei den technischen Feinheiten eines Versuchs. Wer sein Experiment registriert, kann auch die Glaubwürdigkeit steigern. Ziel der ASR-Datenbank ist eine bessere und transparentere - also nachvollziehbare - Forschung sowie der Schutz von Versuchstieren. Beides ist nicht voneinander zu trennen. Schätzungsweise zwischen einem Drittel und der Hälfte aller Tierversuche werden niemals veröffentlicht, wie das Magazin „Nature“ in einem Beitrag über Tierversuchs-Register schreibt schreibt (Baker, M, Nature 12 September 2019 Vol 573 pp 297-98). Dieses „große Verschweigen“ verzerrt nicht nur die wissenschaftliche Wahrnehmung. Es bedeutet auch, dass Tiere sinnlos in Experimenten verbraucht werden.

Tierwohl und gute Wissenschaft geht Hand in Hand

Wer seinen Versuch registriert, bekennt sich auch zum Tierwohl - denn das Thema Tierhaltung spielt bei der Registrierung eine wichtige Rolle. Grundlage der ASR sind Richtlinien für Tierversuche, die vom NC3Rs aufgestellt wurden, dem britischen Pendant zum Bf3R.

Vorbild für das ASR sind Register für biomedizinische Studien. Das größte ist das amerikanische „Clinicaltrials.gov“. Es ging 2000 an den Start und verzeichnet mittlerweile mehr als 300 000 Einträge für klinische Studien. Diese klinischen Studien sind Untersuchungen, an denen menschliche Versuchspersonen teilnehmen. Wer ein Medikament auf den Markt bringen will, muss entsprechende Zulassungsstudien in ein klinisches Studienregister eintragen, und medizinische Fachzeitschriften verlangen ebenfalls, dass die auf ihren Seiten publizierten Untersuchungen registriert sind. Diese Register sind praktisch Pflicht für klinische Studien.

Keine Pflicht zum Eintrag von Tierversuchen

Ganz anders sieht es bisher bei Tierversuchen aus. Der Eintrag in der ASR ist freiwillig. Das BfR möchte als Institut, das mit Tierschutz befasst ist, langfristig und verlässlich ein solches Tierversuche-Studienregister aufbauen.

Artikel zu ASR

Bert B., Heinl C., Chmielewska, J. et al. (2019) PLoS Biol 17(10):e3000463, doi: 10.1371/journal.pbio.3000463

Heinl C., Chmielewska J., Olevska A. et al. (2019) EMBO Reports 21(1):e49709, doi: 10.15252/embr.201949709

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Presseinformationen

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Datum Titel Schlagworte
07.01.2019
01/2019
Wissenschaft stärken, überflüssige Tierexperimente vermeiden Deutsches Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R), Forschung, Tierversuch

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