Stillen und Erkrankungen der Mutter

Erkrankungen der Mutter stellen in den meisten Fällen kein Stillhindernis dar. Jedoch gibt es einige Infektionskrankheiten, von denen ein Risiko für den Säugling ausgeht.

So wird HIV-positiven Müttern in Deutschland empfohlen, nicht zu stillen, da die Übertragung der HIV-Infektion auf den Säugling über die Muttermilch als möglich angesehen wird. Dagegen kann bei Erkrankung der Mutter mit Tuberkulose oder Masern in der Regel weiter gestillt werden.

Generell sind die Umstände einer Erkrankung im Einzelfall zu prüfen und abzuwägen, was für die Gesundheit der Mutter und des Kindes das Beste ist.

Hepatitis-C-Infektion

Ob Hepatitis-C-infizierte Mütter stillen können, wird sehr kontrovers diskutiert. Nach der derzeit vorhandenen begrenzten Datenlage ist es unwahrscheinlich, dass eine Virusübertragung über das Stillen erfolgt. Trotzdem besteht ein theoretisches Restrisiko, dass es bei hoher Viruslast über blutende Wunden (z.B. bei Verletzungen der Brustwarzen) zu einer Infektion des Säuglings kommen kann.

Die Nationale Stillkommission gibt folgende Empfehlungen zum Stillen bei Hepatitis C-Infektion der Mutter:

Hepatitis C und Stillen (Empfehlung der Nationalen Stillkommission vom 19.03.2001) 103.1 KB PDF-Datei (103.1 KB)

Hepatitis C und Stillen (Ergänzende Empfehlung der Nationalen Stillkommission vom 08.01.2004) 79.9 KB PDF-Datei (79.9 KB)

Hepatitis C und Stillen (Zweite ergänzende Empfehlung der Nationalen Stillkommission vom 08.05.2008) 31.5 KB PDF-Datei (31.5 KB)

Zytomegalie-Infektion

Eine Infektion mit dem humanen Zytomegalievirus (hCMV) verläuft bei Erwachsenen in den meisten Fällen ohne oder nur mit geringen Krankheitssymptomen, so dass die Betroffenen häufig von der Infektion nichts merken. Jedoch verbleibt nach der Erstinfektion der hCMV lebenslang in chronischer oder latenter Form im Organismus. Das Virus kann daher bei der immungesunden, hCMV-positiven Mutter während der Stillperiode lokal in der Brustdrüse reaktiviert, durch die Muttermilch ausgeschieden und auf das Kind übertragen werden. Bei gesunden reif geboren Säuglingen verläuft eine hCMV-Infektion über die Muttermilch in der Regel ohne Symptome. Bei kleinen Frühgeborenen kann die hCMV-Infektion aber zu einer ernsthaften Erkrankung mit einem Sepsis-ähnlichen Krankheitsbild führen.

Die Nationale Stillkommission gibt folgende Empfehlungen zum Stillen bei Zytomegalie-Infektion der Mutter:

Risiko der Zytomegalievirus-Infektion durch Muttermilchernährung von sehr unreifen Frühgeborenen (Empfehlung der Nationalen Stillkommission vom 07.06.2006) 101.8 KB PDF-Datei (101.8 KB)

Stillen und Medikamenteneinnahme

Stillende Frauen sind oft unsicher, ob sie auf Grund einer Medikamenteneinnahme das Stillen unterbrechen sollen. Bei vielen Erkrankungen können aber gut erprobte (sich als bewährt erwiesene) Arzneimittel eingesetzt werden, die Weiterstillen erlauben. Zahlreiche arzneiliche Wirkstoffe gehen nur kaum in die Muttermilch über oder werden schnell im mütterlichen Organismus abgebaut, so dass keine unerwünschten Wirkungen bei dem Kind auftreten. Auf jeden Fall sollte eine Medikamenteneinnahme bei gleichzeitigem Stillen nur in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Informationen zur Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit sind erhältlich bei der Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie, Berliner Betrieb für Zentrale Gesundheitliche Aufgaben:

http://www.embryotox.de

Beratungs-Telefon: Tel. 030 / 30308-11

Sprechzeiten: (nur werktags)

vormittags (Mo-Fr) 9:00 - 12:30 Uhr

nachmittags (außer Mi) 13:30 - 16:00 Uhr

nach oben

Empfehlungen

 (4)
Datum Titel Größe
08.05.2008
Zweite ergänzende Empfehlung der Nationalen Stillkommission
Hepatitis C und Stillen 31.5 KB
PDF-Datei
07.06.2006
Empfehlung der Nationalen Stillkommission
Risiko der Zytomegalievirus-Infektion durch Muttermilchernährung von sehr unreifen Frühgeborenen 101.8 KB
PDF-Datei
08.01.2004
Ergänzende Empfehlung der Nationalen Stillkommission
Hepatitis C und Stillen 79.9 KB
PDF-Datei
19.03.2001
Empfehlung der Nationalen Stillkommission
Hepatitis C und Stillen 103.1 KB
PDF-Datei

nach oben

Externe Links

 (1)
Link
Informationsportal über Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit

nach oben