Antibiotika-Einsatz im Stall - wie sicher sind unsere Lebensmittel?
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Liebe Verbraucherinnen und Verbraucher,
der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung hat in den letzten Wochen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Anlass war der Nachweis resistenter - also gegen bestimmte Antibiotika unempfindlicher - Keime auf Lebensmitteln. Dies ist kein neuer Befund, wie wir aus vielen Untersuchungen wissen. Immer wieder taucht die Frage auf, ob Antibiotika in der Tierproduktion zu viel und zu unbedacht eingesetzt werden.
Klar ist, dass kranke Tiere mit Antibiotika behandelt werden sollten, wenn dies aus tiermedizinischer Sicht geboten ist. Klar ist auch, dass der Einsatz von Antibiotika die Resistenzentwicklung und die Ausbreitung von Bakterien mit Resistenzen begünstigt. Die Verabreichung sollte auf das unbedingt therapeutisch notwendige Maß beschränkt werden. Anstrengungen, die Tiere gesund zu erhalten, damit keine Behandlung erforderlich ist, sollten hierbei im Vordergrund stehen.
Doch wie groß ist das Risiko für den Verbraucher? Worauf ist beim Umgang mit Fleisch und anderen tierischen Lebensmitteln zu achten? Was ist die Rolle des BfR in diesem Zusammenhang?
Stellen Sie mir Ihre Fragen zum Thema „Antibiotika-Einsatz im Stall – wie sicher sind unsere Lebensmittel?“ bis zum 02. April.
Nach Ablauf der Fragerunde haben Sie die Möglichkeit, alle eingereichten Fragen zu bewerten. Ihre drei drängendsten Fragen werde ich dann gerne in einem Video beantworten.
Prof Dr. Dr. Hensel
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Bisher eingesendete Fragen
Warum wird Fleisch nach der Anwendung von Antibiotika nicht erst mal grundsätzlich von der Weiterverarbeitung und somit vom Verzehr ausgenommen, außer der Erzeuger weist mit gesetzlich vorgegebenen Analysenmethoden eindeutig nach, dass keine Kontamination mehr besteht? Ich nehme an, dass durch größere Restriktionen hier zugleich auch der Verbraucherschutz automatisch größer werden würde. Vor allem wäre dann Massentierhaltung per se eingeschränkt, da sie so nicht mehr sonderlich lukrativ wäre. Der Erzeuger kann ja nicht mehr ohne weiteres Medikamenten im großen Stil einsetzen. Was den Tieren und den Endverbrauchern insgesamt sehr zu gute käme.
Gabriele Wiegand
02.04.2012 | 09:41
Nach der Tierschutzleitlinie für die Milchkuhhaltung ist eine Behandlung nach Notwendigkeit einzuleiten und der Tierarzt hinzu zu ziehen, wenn eingeleitete Sofortmassnahmen wirkungslos sind, insbesondere bei Fieber. Dieses impliziert eine Behandlung ohne Diagnose, der Tierarzt ist noch nicht am Tier gewesen, denn er wird ja erst dazugeholt wenn die eingeleitete SOFORTMASSNAHME wirkungslos ist, insbesondere bei Fieber!!! Hier ist eine große Gefahr der Falschbehandlung und des unnötigen Antibiotika-Einsatzes gegeben. Sind die Tierschutzleitlinien zur Milchkuhhaltung nicht umgehend zu korrigieren?
Peter Siggel
30.03.2012 | 16:06
Durch Fäkaldüngung werden immer wieder Schadkeime in die Tiere eingetragen, die pathogene Eigenschaften für den Menschen haben können und über die tierischen Lebensmittel übertragen werden können. Wurde dieses Risiko bewertet und wenn es bestätigt wurde, warum wird die Fäkaldüngung im Lebensmittelkreislauf nicht untersagt?
Andreas Witsch
25.03.2012 | 07:47
Nutztiere werden ja häufig mit Antibiotika behandelt. Gelangen Rückstände der Antibiotika nicht auch ins Fleisch? Und werden die Rückstände dann durch Erhitzen auch unschädlich gemacht?
Mark Schlömer
27.03.2012 | 11:27
In Ihren Stellungnahmen sagen Sie eindeutig, das von ESBL-bildenden Bakterien in Nutztiern eine Gefahr für den Menschen ausgeht. Müsste man dann nicht Menschen, die mit den Nutztieren zu tun haben generell schulen, wie sie sich zu verhalten haben? Und sollte der Kontakt mit Nutztieren nicht auf ein unbedingt norwendiges Maß beschränkt werden?
Ralf Scheper
23.03.2012 | 14:50
Über die Gülle gelangen die Ausscheidungen behandelter Tiere wieder auf die Felder. Wie groß ist das Risiko der Übertragung von Antibiotika-Rückständen und resistenter Keime auf die pflanzlichen Lebensmittel auf diesem Wege?
Matthias Schreinhardt
23.03.2012 | 09:02
Um sich vor antibiotikaresistenten Keimen zu schützen, empfehlen Sie Fleisch immer gut durchzubraten. Im Umkehrschluss heißt das dann ja, dass durch Produkte, die rohes Fleisch (z.B. Rohwurst) enthalten, antibiotikaresistente Keime übertragen werden?
klaus xxx
19.03.2012 | 09:14
wer garantiert mir, das im Umlauf befindliches Fleisch
nur Antibiotika in unbedenklichen Mengen enthält und wie
wird dies bei uns kontrollliert. Können sich selbst kleinste
Mengen bei ständigem Verzehr von Fleisch nicht bedenklich
potenzieren?
Gerd Patzwahl
15.03.2012 | 19:01
In den Märkten findet man bisweilen Kartoffelangebote mit dem Hinweis "Behandelt" ohne nähere Angaben zur Art der Behandlung. Welche Behandlungen sind nach dem augenblicklichen Stand erlaubt und unbedenklich? Soweit von Landwirten und Märkten geäußert wird, sind die
früheren Mittel zur "Keimhemmung" sämtlich aus dem Verkehr
gezogen (z.B. "Agermin" und "Tixit". Gibt es hierfür Ersatz?
Elfriede Lücking
15.03.2012 | 08:38
Wie erkenne ich, das Fleisch mit Antibiotika behandelt wurde?
Swen Friedrich
14.03.2012 | 07:11
Ist Nutztierhaltung im großen Stil überhaupt noch möglich, wenn der Antibiotika-Einsatz beschränkt wird? Oder anders gefragt: Gibt es schon heute viele Beispiele, wo Nutztierhaltung auch ohne intensiven Antibiotika-Einsatz gelingt?
Rainer Kurlemann
13.03.2012 | 21:00
Besteht beim Verzehr von Mett auch ein erhöhtes Risiko resistente Keime/Krankheitserreger aufzunehmen?
Peter Bormann
13.03.2012 | 09:00
Wird ein Tier nach einer Antibiotika-Behandlung von einem Tierarzt auf Antibiotika-Rückstände untersucht vor es in den Handel gelangt?
Michael Gruber
13.03.2012 | 07:19
Wie hoch ist der präventive Einsatz von Antibiotika im Stall in Prozent gegenüber dem Gesamteinsatz?
marc sieber
13.03.2012 | 07:15
Worauf ist zu achten, wenn man beruflich mit Tieren zu tun hat, die mit Antibiotika behandelt werden oder wurden?
Sebastian Kirchner
12.03.2012 | 15:11
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