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Allerlei statt Einheitsbrei - Sicher durch Abwechslung

24/2015, 17.09.2015

Das BfR zeigt auf dem Weltkindertagsfest, wie aktuelle Verzehrsdaten erhoben werden

Essgewohnheiten variieren, Speisen häufiger frisch zubereiten und in der Küche die Hygieneregeln einhalten - mit diesen Tipps ist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am 20. September von 11 bis 18 Uhr in Berlin auf dem Fest zum Weltkindertag vertreten. Erwachsene und Kinder erhalten am BfR-Stand Nr. 40 an der Gabriele-Tergit-Promenade Informationen für eine sichere Ernährung. Mit einer Malaktion und Spielen zeigt das BfR, was man im Alltag für sichere Lebensmittel auf dem Teller tun kann. Außerdem zeigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie im Rahmen eines großen Forschungsprojektes ermittelt wird, was und wie viel Kinder in Deutschland durchschnittlich essen. „Mit den aktuellen Daten zum Lebensmittelverzehr von Kindern können wir eine realistischere Expositionsabschätzung vornehmen und damit unsere Risikobewertung verbessern“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Die Datenerhebungen des BfR tragen wesentlich dazu bei, dass Lebensmittel auch für Kinder sicher sind.“

Fehlende beziehungsweise nicht mehr aktuelle Verzehrsdaten für Kinder von sechs Monaten bis fünf Jahren haben das BfR in Kooperation mit dem Robert-Koch Institut (RKI) veranlasst, die repräsentative Kinder-Ernährungsstudie zur Erfassung des Lebensmittelverzehrs (KiESEL) durchzuführen. Diese Verzehrsstudie ist ein Modul der KiGGS-Studie (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland) Welle 2 des RKI.

Bei Expositionsschätzungen gegenüber Stoffen in Lebensmitteln ergeben sich für Kinder im Vergleich zu Erwachsenen, bezogen auf das Körpergewicht, oftmals höhere Werte. Säuglinge und Kleinkinder sind daher eine besonders vulnerable Gruppe in der Bevölkerung. Mit den aktuellen Daten zu den Ernährungsgewohnheiten von Kindern kann realistischer geschätzt werden, ob beispielsweise die zugelassenen Mengen an Zusatzstoffen in Süßigkeiten oder Rückständen von Pflanzenschutzmitteln auf Obst oder Gemüse sicher sind oder weiter begrenzt werden sollten. Die gesundheitlichen Risikobewertungen des BfR betrachten nämlich nicht nur das Gefährdungspotential eines Stoffes, sondern beziehen dieses immer auf die Exposition, d.h. auf die Menge eines Stoffes, mit der die Verbraucher tatsächlich in Kontakt kommen.

Das Risiko berechnet sich aus der Gefährlichkeit eines Stoffes oder Keimes und der Menge, in welcher ein Verbraucher diesen aufnimmt, also exponiert ist. Ohne Exposition gibt es also auch kein Risiko: Ist beispielsweise ein gesundheitlich unerwünschter Stoff in einem Lebensmittel enthalten, welches jedoch nur selten und in geringen Mengen verzehrt wird, so stellt er für Verbraucher kein oder nur ein geringes Risiko dar. Umgekehrt kann von diesem gesundheitlich unerwünschten Stoff ein Risiko ausgehen, wenn er in einer Vielzahl an Lebensmitteln enthalten ist, die täglich gegessen werden.

Beispiele für Stoffe in Lebensmitteln, von denen gesundheitliche Risiken ausgehen können, sind Blei und Arsen oder Cumarin und Pyrrolizidinalkaloide. Mikroorganismen, die in Lebensmitteln zu einem gesundheitlichen Risiko werden können, sind beispielsweise Salmonellen oder Listerien. Verbraucher sollten bei der Auswahl von Lebensmitteln die generelle Empfehlung zu Abwechslung und Vielfalt berücksichtigen.

Zur Veranstaltung des BfR auf dem Weltkindertagsfest 2015 lädt das BfR zum Twittern unter #openBfR ein.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

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