Sie befinden sich hier:

Fangen Sie sich nichts ein - Verbrauchertipps im Umgang mit Fisch

02/2014, 15.01.2014

BfR informiert auf der Internationalen Grünen Woche 2014 über Fisch und Meerestiere, ihren gesundheitlichen Nutzen und Hygieneregeln

Fische enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe, die für unsere Ernährung wichtig sind. Fische und Muscheln gehören aber auch zu den sensible Lebensmitteln. „Verbraucher sollten auf eine hygienisch richtige Lagerung und Zubereitung achten, um sich keine Lebensmittelinfektion einzufangen“, rät BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Anhand von frischen Fischen und Meerestieren zeigt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf der Internationalen Grünen Woche vom 17. bis 26. Januar 2014 an seinem Stand 143 in der Halle 3.2 (Erlebnisbauernhof), woran man frischen Fisch erkennen kann, welche Inhaltsstoffe im Fisch enthalten sind und worauf besonders empfindliche Personengruppen bei der Fischauswahl achten sollten.

Fisch ist ein gesundes Lebensmittel und eine wichtige Quelle für die Aufnahme von biologisch hochwertigem Eiweiß, Jod, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Selen. Gesunde Menschen brauchen ihre Ernährung nicht durch die Einnahme von Fischöl-Konzentraten zu ergänzen, insbesondere wenn sie regelmäßig Fisch verzehren.

Die Frische von Fischen ist am leichtesten an den Augen zu erkennen. Sehr frischer Fisch hat vorgewölbte, glänzend tiefschwarze durchscheinende Augen, dagegen sind die Augen von einem nicht mehr essbaren Fisch eingesunken, undurchsichtig und grau. Wie lange ein Fisch frisch bleibt, hängt von verschiedenen Faktoren wie Fischart, der Jahreszeit und der Behandlung beim Fang sowie der Lagertemperatur ab.

Unverarbeitete Fischereierzeugnisse (z.B. Sushi) oder Schalentiere (z. B. Austern), kalt geräucherte Fischereierzeugnisse (z.B. Räucherlachs), gebeizte Fischereierzeugnisse (z.B. Graved Lachs) sowie heiß geräucherte Fischereierzeugnisse (z.B. Schwarzer Heilbutt) können Bakterien enthalten, die für besonders empfindliche Personengruppen eine Gesundheitsgefahr darstellen können. Denn bei diesen Menschen sind die körpereigenen Abwehrkräfte gegenüber mikrobiellen Infektionen beeinträchtigt oder noch nicht vollständig ausgebildet. Zu den Risikogruppen gehören Säuglinge und Kleinkinder bis 5 Jahre, alte Menschen (insbesondere wenn ihre Abwehrkräfte geschwächt sind), Schwangere und Menschen, deren Abwehrkräfte durch Vorerkrankung oder Medikamenteneinnahme geschwächt sind. Das BfR empfiehlt diesen Personengruppen, nur gut durcherhitzten Fisch oder Meerestiere zu verzehren und auf unverarbeitete, geräucherte und gebeizte Fischereierzeugnisse zu verzichten.

Der Verzehr von Muscheln kann auch Virus bedingte Erkrankungen hervorrufen. Hierbei spielen vor allem durch Norovirus-Infektionen verursachte Magen-Darm-Entzündungen eine wichtige Rolle. Aber auch durch Hepatitis A-Virus verursachte Leberentzündungen wurden nach dem Verzehr von Muscheln beobachtet. In der EU bestehen hohe Anforderungen an die Wasserqualität in Muschel-Erzeugungsgebieten. Dennoch kann der Genuss roher Muscheln krank machen. Wer sich vor Infektionen schützen möchte, sollte Muscheln vor dem Verzehr immer gut durchkochen.

Muscheln und Fische können ebenso Algentoxine aufnehmen. In den Weltmeeren existieren etwa 5.000 verschiedene Algenarten. Eine geringe Anzahl ist in der Lage, giftige Stoffe - so genannte marine Biotoxine - zu produzieren. Diese Toxine können sich im Gewebe von Muscheln und Fischen, die sich von solchen Algen ernähren, einlagern und anreichern. Marine Biotoxine können beim Menschen nach Verzehr kontaminierter Muscheln oder Fische verschiedene Krankheiten wie Durchfall oder Lähmungen hervorrufen, die in seltenen und schwerwiegenden Fällen sogar zum Tod führen. Marine Biotoxine sind hitzestabil und werden beim Zubereiten nicht zerstört. Deswegen werden Muscheln, bevor sie zum Vertrieb und Verzehr freigegeben werden, von amtlichen Stellen auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit untersucht.

Für Kinder bietet der BfR-Stand verschiedene Aktivitäten an: Es gibt beispielsweise eine Bastelecke, bei einem Fischangelspiel können Kinder ihre Geschicklichkeit testen, Plastikfische aus einem Wasserbecken zu fischen, beim Quizspiel am BfR-Glücksrad werden Fragen rund um das Standthema „Mit Sicherheit Fisch“ gestellt. Außerdem wird die BfR-App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“ vorgestellt. Die App wurde als Informations- und Nachschlagewerk für Vergiftungsunfälle bei Kindern und für deren Vermeidung entwickelt.

Sie finden hier Impressionen von der Veranstaltung. Die Bilder können durch Anklicken vergrößert werden.

  • IGW 2014 - Bild 01
  • IGW 2014 - Bild 02
  • IGW 2014 - Bild 03
  • IGW 2014 - Bild 05
  • IGW 2014 - Bild 06
  • IGW 2014 - Bild 07
  • IGW 2014 - Bild 09
  • IGW 2014 - Bild 10
  • IGW 2014 - Bild 11
  • IGW 2014 - Bild 12
  • IGW 2014 - Bild 13
  • IGW 2014 - Bild 14

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

nach oben

  • Folgen Sie uns:
  • Logo Twitter
  • Logo YouTube
  • Logo Instagram