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Stillempfehlungen der Nationalen Stillkommission gibt es jetzt auch in italienischer und russischer Sprache

20/2001, 10.07.2001

Stillen ist die beste und gesündeste Ernährung für den Säugling. Die deutsche Nationale Stillkommission empfiehlt daher, Kinder in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen, und mit Beikost frühestens im 5. Lebensmonat zu beginnen, besser im 6. oder 7. Lebensmonat.

Eine Studie des Forschungsinstitutes für Kinderernährung (FKE Dortmund) zum Thema Stillen und Säuglingsernährung in Deutschland von 1997/98 hat gezeigt, dass die Stillbereitschaft direkt nach der Geburt erfreulich hoch ist (knapp 90 Prozent der Mütter stillen nach der Entbindung), danach jedoch sehr schnell abfällt. Der Anteil an ausschließlich gestillten Säuglingen sinkt rasch von 60 Prozent 14 Tage nach der Geburt auf 41,7 Prozent am Ende des 2. Monats ab. Am Ende des 4. Monats werden nur noch 33 Prozent der Säuglinge ausschließlich gestillt.

Ein Grund für frühes Abstillen sind Stillprobleme, die in der Zeit nach der Entlassung der Mütter aus der Klinik oder Entbindungseinrichtung auftreten. Dies zeigt, dass die Betreuung und Versorgung der Mütter gerade in dieser Phase verbesserungsbedürftig ist. Auch die frühzeitige Information der Schwangeren und der Mütter über das Stillen trägt dazu bei, möglichen Stillproblemen vorzubeugen bzw. sie mit Unterstützung fachkompetenter Personen zu lösen.

Die Nationale Stillkommission stellt deshalb Faltblätter mit "Stillempfehlungen" kostenlos zur Verfügung. Darin werden die Vorteile des Stillens für Mutter und Kind beschrieben. Es wird informiert über die Vorbereitung auf das Stillen in der Schwangerschaft und es werden Tipps gegeben zur Erleichterung des Stillbeginns. Außerdem finden sich in den Faltblättern Adressen von Organisationen, die sich mit dem Stillen beschäftigen und Hilfe bei Stillproblemen anbieten. Die Stillempfehlungen gibt es seit fünf Jahren in deutscher und seit einem Jahr in türkischer Sprache. Die Nachfrage ist erfreulich groß. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt rund 140.000 deutsche und 70.000 türkische Exemplare verschickt. Das Ziel, dass jeder Mutterpass (weiße Faltblätter) und jedes Früherkennungsuntersuchungsheft für Kinder (grüne Faltblätter) eine Einlegeblatt zum Stillen enthält, ist damit aber noch lange nicht erreicht.

Die Stillkommission am BgVV stellt ihre Empfehlungen deshalb ab sofort auch in italienischer und russischer Sprache zur Verfügung. Zusätzlich kann eine englischsprachige Version auf der Website des BgVV unter www.bgvv.de abgerufen werden. Frauen- und Kinderärzte werden gebeten, die Stillempfehlungen in jeden Mutterpass bzw. jedes Früherkennungsuntersuchungsheft, das sie ausgeben, einzulegen.

Die Stillempfehlungen sind kostenlos. Sie können schriftlich bei der Nationalen Stillkommission am Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin unter Angabe der gewünschten Anzahl und Sprache bezogen werden.

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