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"Stillen: für das Leben lernen" - Weltstillwoche im Herbst 1999

15/1999, 30.09.1999

Nationale Stillkommission am BgVV unterstützt die Internationale Woche für das Stillen

Alljährlich ruft die World Alliance for Breastfeeding (WABA) eine internationale Woche des Stillens aus, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Bedeutung und den Wert des Stillens zu lenken. In diesem Jahr steht die Weltstillwoche vom 28. September bis 4. Oktober unter dem Motto: "Stillen: für das Leben lernen". Zum Thema der Weltstillwoche hat sich die Nationale Stillkommission, die 1994 gegründet und 1999 im BgVV angesiedelt wurde, geäußert:

Es mag manchen verwundern, dass bei einer so natürlichen Angelegenheit wie dem Stillen noch etwas zu lernen ist. Die Gesellschaft sollte aber Stillen und nicht die Flaschenernährung von Säuglingen als den Normalzustand empfinden. Dies muss vermittelt werden und zwar schon sehr früh: auch Kleinkindern, die mit ihren Puppen spielen, oder Schülern, die etwas über Ernährung oder über Sexualität und Partnerschaft lernen sollen. Werdende Mütter sollten vorausschauend zum Stillen beraten werden. Junge Mütter brauchen eine kompetente Beratung zu den vielen kleinen und großen Problemen rund um das Stillen besonders in den ersten Tagen und Wochen nach der Entlassung aus der Entbindungsabteilung.

Die Nationale Stillkommission unterstützt das Anliegen der Weltstillwoche. Von klein auf, auch im Spiel, sollte klar sein,

  • dass Babys Milch der Mutter trinken,
  • dass diese Milch die denkbar beste Nahrung für den Säugling ist, deren Zusammensetzung nur näherungsweise imitiert werden kann, und
  • dass Muttermilch auch in industrialisierten Ländern vor Infektionen schützt, das Abwehrsystem des Körpers in besonderer Weise prägt und damit auch langfristig die Gesundheit der gestillten Kinder beeinflusst.

Die große Mehrheit der Mütter ist in der Lage zu stillen, und viele Frauen können Stillen und Beruf gut miteinander vereinbaren. Allerdings bedürfen sie dabei einer "stillfreundlichen" Haltung in ihrer Umgebung. Stillende Frauen werden vom Gesetzgeber im Beruf besonders geschützt und haben einen gesetzlich geregelten Anspruch auf Hilfe im Wochenbett und in der Stillzeit.

Mehr als 90 % aller Mütter wollen stillen und beginnen auch. Untersucht man die Gründe, warum manche Frauen die empfohlenen vier bis sechs Monate ausschließlich stillen und andere nicht, dann deutet vieles darauf hin, dass Hilfen beim Stillbeginn in der Klinik und in den ersten Wochen zu Hause ganz entscheidende Faktoren sind. Der heutigen Frauengeneration fehlt in der Regel das "für das Leben lernen", entsprechend dem Motto der Weltstillwoche, in ihrer eigenen Kindheit, weil ihren Müttern die großen Vorteile des Stillens nicht bewusst waren oder bewusst gemacht wurden.

Die Stillkommission bemüht sich, die Aufmerksamkeit auf das Stillen zu lenken und die Information darüber zu verbessern. Sie hat daher allgemeine Stillempfehlungen und Empfehlungen zur Stillförderung in Krankenhäusern formuliert. Sie bietet kostenlos Einlageblätter für den Mutterpass und das Früherkennungsuntersuchungsheft für Kinder an, die auf wissenschaftlicher Basis informieren und Stillprobleme vermeiden bzw. lösen helfen sollen.

Sie wird sich auch in Zukunft zu speziellen Fragen im Zusammenhang mit dem Stillen äußern und sich als Gesprächspartner auf dem 19. Deutschen Kongress für Perinatale Medizin am 2. Dezember 1999 in Berlin präsentieren.

Die Stillempfehlungen der Nationalen Stillkommission sind kostenlos erhältlich bei der

Nationalen Stillkommission
Geschäftsstelle BgVV
Thielallee 88-92
14195 Berlin
Fax 030/8412 3715
E-Mail: stillkommission@bgvv.de

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