Novel Foods

Frau gießt Nonisaft auf einen Esslöffel

Novel Foods“ sind Lebensmittel und Lebensmittelzutaten, die vor dem Inkrafttreten der „Verordnung (EG) Nr. 258/97 über neuartige Lebensmittel und neuartige Lebensmittelzutaten“ (Novel Foods-Verordnung) am 15. Mai 1997 in der Europäischen Gemeinschaft noch nicht in nennenswertem Umfang für den menschlichen Verzehr verwendet wurden und einer der folgenden Kategorien zuzuordnen sind:

Lebensmittel und Lebensmittelzutaten,

  • mit neuer oder gezielt modifizierter primärer Molekularstruktur (z.B. Fettersatzstoffe);
  • die aus Mikroorganismen, Pilzen oder Algen bestehen oder aus diesen isoliert werden (z.B. Öl aus Mikroalgen);
  • die aus Pflanzen bestehen oder isoliert worden sind (z.B. Phytosterole), und aus Tieren isolierte Lebensmittelzutaten. Lebensmittel und Lebensmittelzutaten, die mit herkömmlichen Vermehrungs- oder Zuchtmethoden gewonnen wurden und erfahrungsgemäß als unbedenklich gelten, gehören nicht zum Geltungsbereich der Verordnung.
  • bei deren Herstellung ein nicht übliches Verfahren angewandt worden ist, wenn das Verfahren eine bedeutende Veränderung der Zusammensetzung oder Struktur bewirkt hat, die sich auf den Nährwert, den Stoffwechsel oder auf die Menge unerwünschter Stoffe im Lebensmittel auswirkt (z.B. enzymatische Konversionsverfahren).

Im Zweifelsfall kann die Europäische Kommission im zuständigen Ausschuss der Mitgliedstaaten festlegen lassen, ob ein Lebensmittel oder eine Lebensmittelzutat als neuartig im Sinne der Verordnung anzusehen ist.

Die Arbeitsgruppe „Novel Food“ der Sachverständigen der zuständigen Behörden und Lebensmittelprüfstellen, die regelmäßig von der Europäischen Kommission einberufen wird, befasst sich u.a. mit Fragen ob Lebensmittel/Lebensmittelzutaten als neuartig eingestuft werden. Die Ergebnisse dieser Diskussion werden im so genannten Novel Food Katalog gesammelt. Seit Juni 2008 wird dieser Katalog auf der Webseite der Europäischen Kommission veröffentlicht.

Lebensmittel und Lebensmittelzutaten, die genetisch veränderte Organismen (GVO) enthalten (z.B. Jogurt mit genetisch veränderten Lebendkulturen), die aus GVO bestehen (genetisch veränderter Gemüsemais) oder aus GVO hergestellt wurden, diese aber nicht mehr enthalten (z.B. Püree aus genetisch veränderten Tomaten, aus genetisch verändertem Raps gewonnenes Öl), gehören mit Wirkung vom 7. November nicht mehr zum Geltungsbereich der Novel Foods-Verordnung, sondern werden durch die ab dem 18. April 2004 anwendbare

sowie die

  • Verordnung (EG) Nr. 1830/2003 PDF-Datei (120.2 KB) über die Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung von genetisch veränderten Organismen und über die Rückverfolgbarkeit von aus genetisch veränderten Organismen hergestellten Lebensmitteln und Futtermitteln sowie zur Änderung der Richtlinie 2001/18/EG geregelt.

Die auf GVO bezogenen Bestimmungen der Novel Foods-Verordnung wurden gestrichen (Art. 1 Abs. 2 Buchstaben a) und b); Art. 3 Abs. 2 Unterabsatz 2 und Abs. 3; Art. 8 Abs. 1 Buchstabe d); Art. 9) bzw. neugefasst (Art. 3 Abs. 4 Satz 1).

Die gemäß der Novel Foods-Verordnung oder der Richtlinie 90/220/EWG rechtmäßig in den Verkehr gebrachten genetisch veränderten Lebensmittel und Lebensmittelzutaten sind weiterhin verkehrsfähig (vgl. Genetisch veränderte Lebensmittel), wenn die verantwortlichen Unternehmen der Kommission bis zum 18. Oktober 2004 das Datum mitteilen, an dem das Produkt erstmals in den Verkehr gebracht wurde und Informationen zur Sicherheitsbewertung und Kennzeichnung sowie ein zum Nachweis des Produkts geeignetes Verfahren übermitteln.

Vom Anwendungsbereich der Novel-Foods-Verordnung ausgenommen sind des Weiteren Zusatzstoffe, Enzyme, Aromen und Extraktionslösungen, für die andere Rechtsvorschriften der EU gelten, soweit sie das in der Novel Foods-Verordnung festgelegte Sicherheitsniveau gewährleisten.

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Stellungnahmen

 (1 Dokument)
Datum Titel Größe
14.09.2001
Aktualisierte Stellungnahme des BgVV
Brotaufstriche mit Zusatz von Phytostanolestern 54.6 KB
PDF-Datei

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Information

 (1 Dokument)
Datum Titel Größe
28.09.2006
Aktualisierte Information Nr. 045/2006 des BfR
Können Noni-Säfte die Gesundheit schädigen? 100.4 KB
PDF-Datei

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Publikationen - BfR-Wissenschaft

 (1 Dokument)
Datum Titel Größe
25.06.2007
BfR-Wissenschaft 02/2007
Lebensmittel mit Pflanzensterinzusatz in der Wahrnehmung der Verbraucher - Projektbericht über ein Gemeinschaftsprojekt der Verbraucherzentralen und des BfR 720.2 KB
PDF-Datei

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Fragen und Antworten

 (1 Dokument)
Datum Titel Größe
25.06.2007
FAQ des BfR
Fragen und Antworten zu Pflanzensterinen 86.3 KB
PDF-Datei

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