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Nationales Referenzlabor für Mykotoxine

Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) sind eine mögliche Ursache von Lebensmittelvergiftungen, wenn verschimmelte Lebensmittel verzehrt wurden. Mykotoxine sind sekundäre Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen. Bisher wurden über 300 Mykotoxine in der Literatur beschrieben, die von mehr als 250 Schimmelpilzarten gebildet werden können. Einige Mykotoxine werden nur von bestimmten Arten, andere von vielen Arten unterschiedlicher Pilzgattungen gebildet.

Bekannte Vertreter der Mykotoxine sind:

  • Aflatoxine
  • Ochratoxine
  • Ergotalkaloide
  • Fusarientoxine (Trichothecene, Fumonisine, Zearalenone)
  • Patulin
  • Alternariatoxine

Viele Mykotoxine werden von Schimmelpilzen in relevanten Mengen nur unter Laborbedingungen produziert. Eine begrenzte Zahl an Mykotoxinen kann nach derzeitigem Kenntnisstand aber auch in höheren Konzentrationen unter natürlichen Bedingungen entstehen. Hierbei ist es oft wichtig zu unterscheiden, ob die Mykotoxine bereits auf dem Feld oder erst während der Lagerung eines Lebensmittels gebildet werden. Weiterhin muss bei Futtermitteln berücksichtigt werden, dass darin enthaltene Mykotoxine in Lebensmittel übergehen können (Carry over).

Für den gesundheitlichen Verbraucherschutz ist es unerlässlich, die lebensmittelbedingte Mykotoxinbelastung des Menschen weiter zu senken. Damit kommt der amtlichen Futter- und Lebensmittelkontrolle eine hohe Bedeutung zu, die durch die Einsetzung jeweils eines entsprechenden Nationalen Referenzlaboratoriums in allen Mitgliedsstaaten der EU gestärkt werden soll.

Das Nationale Referenzlabor für Mykotoxine ist im chemisch-analytischen Zentrum des BfR angesiedelt. Im Vordergrund der Arbeiten stehen Fragen im Zusammenhang mit der Analytik dieser Stoffe für die amtliche Kontrolle zum Schutz des Verbrauchers vor zu hohen Belastungen. Die dafür notwendigen Laboruntersuchungen stützen sich auf aufwendige Probenaufbereitungen, empfindliche Bestimmungen und angemessene Probennahme.

Arbeitsschwerpunkte des NRL für Mykotoxine

Zu den Aufgaben des Nationalen Referenzlaboratoriums für Mykotoxine gehören:

  • die Koordinierung der Tätigkeiten der Laboratorien, die in Deutschland mit Analytik beauftragt sind (vornehmlich im Rahmen der amtlichen Futter- und Lebensmittelkontrolle),
  • die Unterstützung der zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörden bei der Gestaltung des Kontrollsystems,
  • die Entwicklung und Validierung von Analysenverfahren,
  • die Weitergabe von Informationen des Gemeinschaftlichen Referenzlabors der EU an die zuständigen deutschen Behörden und die mit den genannten Analysen beauftragten nationalen Laboratorien und
  • die Durchführung regelmäßiger Vergleichstests zwischen den verschiedenen Laboratorien, die mit den genannten Analysen beauftragt sind, um eine hohe Qualität bei der Überwachung aufrechtzuerhalten und zu fördern.

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Kontakt

Ansprechpartner
Dr. Horst Klaffke (Leiter)

Telefon
030-18412-3717

Email
horst.klaffke@bfr.bund.de

 

Ansprechpartner
Dr. Sabine Kemmlein (stellvertr. Leiterin)

Telefon
030-18412-3298

Email
sabine.kemmlein@bfr.bund.de

Fax
030-18412-3457

 

Anschrift
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
NRL für Mykotoxine
Max-Dohrn-Str. 8-10
10589 Berlin

Video über das BfR

"Wissenschaft im Dienst des Menschen" - lautet das Leitmotiv des BfR. Dieser Film gibt einen Einblick in die Arbeit des Institutes.