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Nationales Referenzlabor für Listeria monocytogenes

Listeria monocytogenes löst eine Infektionserkrankung bei Mensch und Tier aus, die Listeriose genannt wird. Die Erkrankung kommt zwar relativ selten vor, dafür aber mit einer der höchsten Erkrankungsraten (10-30 %) unter den lebensmittelbedingten Infektionen. Im Wesentlichen wird der Erreger mit kontaminierter Nahrung aufgenommen. Er verursacht beim Menschen unspezifische und grippeähnliche, eventuell mit Durchfällen verbundene, Symptome. Schwerere Erkrankungsfälle betreffen vor allem Personen mit geschwächter Immunabwehr, Personen in höherem Alter und Schwangere sowie deren un- bzw. neugeborene Kinder.

Der Erreger Listeria (L.) monocytogenes kommt vielfältig in der Umwelt vor. Als sein natürliches Vorkommen gilt der Boden und verrottendes Pflanzenmaterial. Der Gattung Listeria werden neben L. monocytogenes nur fünf weitere Spezies (L. innocua, L. ivanovii, L. seeligeri, L. welshimeri, L. greyi) zugeordnet. Ein besonderes Merkmal der Listerien ist ihre Fähigkeit, sich auch unter ungünstigen Bedingungen, beispielsweise bei niedrigen Temperaturen (im Kühlschrank) und bei niedrigem pH-Wert oder hohem Salzgehalt, zu vermehren. Als krankmachend für den Menschen gilt derzeit ausschließlich L. monocytogenes.

Neben einer Übertragung von L. monocytogenes durch den direkten Tierkontakt kann sich der Mensch auch durch Lebensmittel infizieren. Häufig handelt es sich um Lebensmittel, die bei der Gewinnung, Herstellung, Behandlung und Lagerung in Kontakt mit L. monocytogenes gekommen sind.

Das Nationale Referenzlabor für Listeria monocytogenes ist am BfR angesiedelt. Im Vordergrund steht die Differenzierung von Listeria-Isolaten. Dazu stehen dem Referenzlabor zahlreiche moderne molekularbiologische Methoden zur Verfügung, die gemäß den Vorgaben der Norm ISO 17025 unter akkreditierten Bedingungen durchgeführt werden.

Arbeitsschwerpunkte des NRL für Listeria monocytogenes

Zu den Arbeitsschwerpunkten des Nationalen Referenzlaboratoriums für Listeria monocytogenes gehören die

  • Wahrnehmung der Aufgaben als Nationales Referenzlabor gemäß Zoonosen-Richtlinie
  • Entwicklung und Validierung diagnostischer Methoden
  • Stammsammlung, Herstellung von Referenzmaterial, Durchführung von Ringversuchen
  • Durchführung von Abklärungs- und Bestätigungsuntersuchungen (Serologie, Molekularbiologie)
  • Beratung, Ausarbeitung von Stellungnahmen
  • Jährliche Berichterstattung und Publikation der Arbeitsergebnisse

Mikrobiologische Diagnostik

Die Untersuchungen basieren auf den Normen ISO 11290-1 und ISO 11290-2 Verfahren und den dazugehörigen Tests zur Kohlehydratverwertung (z.B. von Aesculin, Xylose, Rhamnose); außerdem Tests für Beweglichkeit, Katalase, Oxidase, CAMP-Test (Verstärkung der Hämolyse in direkter Nachbarschaft des Erregers Staphylococcus aureus). Serologische Untersuchungen ergeben die Zuordnung zu einem der 13 Serotypen (1/2a, 1/2b, 1/2c, 3a, 3b, 3c, 4a, 4ab, 4b, 4c, 4d, 4e, 7) von L. monocytogenes die auf der An- oder Abwesenheit von verschiedenen zellulären und flagellaren Antigenen beruhen.

Molekularbiologische Diagnostik

Die Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) wird zur Listeria-Speziesidentifizierung, zum Nachweis von Virulenzfaktoren oder zur Einteilung in Listeria-Großgruppen, die den Serovaren entsprechen, eingesetzt.

Die Pulsfeldgelelektrophorese (PFGE) dient zur Feintypisierung und zur Aufklärung epidemiologischer Infektketten. Die Zusammenarbeit mit der EU-weiten Datenbank PulseNetEurope ermöglicht einen europaweiten Vergleich der so genannten Pulsotypen relevanter Listeria-Isolate aus Nahrungsmitteln und lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen beim Menschen.

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Publikationen - Merkblätter für Verbraucher

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01.03.2008
Merkblatt für Verbraucher
Verbrauchertipps: Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen mit Listerien 129.3 KB
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Externe Links

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ANSES

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Kontakt

Ansprechpartner
PD Dr. Lüppo Ellerbroek (Leiter)

Telefon
030-18412-2121

Email
lueppo.ellerbroek@bfr.bund.de

 

Ansprechpartner
Dr. Sylvia Kleta (Stellvertretende Leiterin)

Telefon
030-18412-2107

Email
sylvia.kleta@bfr.bund.de

Fax
030-18412-2966

 

Anschrift
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
FGr 42 - NRL Listeria monocytogenes
Diedersdorfer Weg 1
12277 Berlin

Video über das BfR

"Wissenschaft im Dienst des Menschen" - lautet das Leitmotiv des BfR. Dieser Film gibt einen Einblick in die Arbeit des Institutes.