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Konsiliarlabor für Leptospiren

Die Leptospirose ist eine Zoonose mit weltweiter Bedeutung, die durch die Infektion mit Bakterien der Gattung Leptospira spp. verursacht wird. Entscheidend für die Verbreitung der Leptospirose sind vor allem Nagetiere, insbesondere Ratten und Mäuse, aber auch Haus- und Nutztiere, wie z.B. Hund, Schwein und Rind. Die Tiere können mit Leptospiren infiziert sein und diese über den Urin ausscheiden. Sowohl der Kontakt mit den Tieren, als auch der direkte bzw. indirekte Kontakt mit dem Urin können beim Menschen zu einer Leptospirose führen.

Im letzten Jahrzehnt wurden in Deutschland pro Jahr 25 bis 166 humane Leptospirosefälle gemeldet. Aufgrund der häufig unspezifischen klinischen Symptomatik der Leptospirose kann man aber von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. Bestimmte Berufsgruppen, wie z.B. Kanal- und Feldarbeiter, Stallpersonal, Tierärzte und Metzger sind aufgrund des Kontakts mit dem Urin infizierter Tiere besonders gefährdet. Auch Freizeitaktivitäten wie Reisen (v.a. in die Tropen), Wassersport in Binnengewässern sowie die Heimtierhaltung gewinnen als mögliche Risiken für eine Leptospirose zunehmend an Bedeutung.

Seit 2001 besteht nach § 7 Abs. 1 des Infektionsschutzgesetzes eine Meldepflicht für eine Erkrankung beim Menschen. Nach der Verordnung über meldepflichtige Tierkrankheiten ist die Leptospirose bei Schafen und Schweinen meldepflichtig. Derzeit sind Impfstoffe nur für Hunde und Rinder zugelassen. Hunde sollte man, auch zum Schutz des Menschen, regelmäßig gegen Leptospirose impfen.

Arbeitsschwerpunkte des Konsilarlabors für Leptospirose

Zu den Arbeitsschwerpunkten des Konsiliarlaboratoriums gehören die

  • Beratung zu Fragen der mikrobiologischen Diagnostik (Erregernachweis und Serodiagnostik) und Erregertypisierung
  • Nachweis des Erregers aus humanen und tierischen Untersuchungsproben mittels Antikörpernachweis (Mikroagglutinationstest (MAT), Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA), Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und Kultur
  • Kultivierung von Leptospiren und Stammsammlung
  • Abgabe von Leptospira-Antiseren und Leptospira-Stämmen für die Diagnostik
  • Beratung zu Anforderungen an Untersuchungsmaterial und Versandbedingungen

Beratungen zu Fragen der Klinik, Epidemiologie und der Infektionsprävention der Leptospirose beim Mensch sowie zur Aufklärung möglicher Infektionshäufungen werden vom Robert Koch-Institut durchgeführt. Eine Liste der zuständigen Nationalen Referenzzentren und Konsiliarlaboratorien finden Sie unter auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts (http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/NRZ/nrz_liste.pdf).

Diagnostik

Aufgrund der unspezifischen oder fehlenden klinischen Symptome erlaubt das klinische Bild generell nur eine Verdachtsdiagnose und muss labordiagnostisch abgeklärt werden.

Die Isolierung des Erregers aus klinischem Material ist extrem schwierig und zeitaufwändig und ist Speziallaboren vorbehalten. Der Mikroagglutinationstest stellt die Referenzmethode in der serologischen Leptospirendiagnostik dar und beruht auf der Agglutination lebender Leptospiren durch spezifische Serumantikörper.

Für die Humandiagnostik stehen auch verschiedene ELISA-Tests zum Nachweis der Antikörper-Isotypen IgM und IgG zur Verfügung.

Derzeit gibt es für die Veterinärmedizin allerdings keine amtlich zugelassenen ELISA-Kits.

Verschiedene PCR-Verfahren (lipl32 und duplex PCR) werden in der Routinediagnostik für den direkten Nachweis von Leptospiren-DNA aus Blut, Urin oder Organmaterial eingesetzt. Auch molekularbiologische Methoden wie die MLVA (Multi Locus VNTR Analysis) oder MLST (Multi Locus Sequenz Typing) werden zur Differenzierung klinischer Isolate am Konsiliarlabor für Leptospirose durchgeführt.

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Kontakt

Ansprechpartner
PD Dr. Karsten Nöckler

Telefon
030-18412-2053

Email
Karsten.Noeckler@bfr.bund.de

 

Ansprechpartner
Dr. Anne Mayer-Scholl

Telefon
030-18412-2057

Email
Anne.Mayer-Scholl@bfr.bund.de