Gesundheitliche Bewertung von Zusatzstoffen

Die in Deutschland und den anderen Mitgliedsländern der EU zulässigen Zusatzstoffe sind durch internationale und z.T. auch nationale Expertengremien gesundheitlich bewertet und zur Verwendung in Lebensmitteln akzeptiert worden. Zu diesen Expertengremien zählen der frühere Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU-Kommission (Scientific Committee on Food, SCF), das Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA) und z.B. die Senatskommission zur Beurteilung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Lebensmitteln (SKLM) der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

In der EU ist seit 2003 die European Food Safety Authority (EFSA) für die gesundheitliche Bewertung von Zusatzstoffen zuständig. Sie wird dabei von einem internationalen Expertengremium, dem Panel on Food Additives, Flavourings, Processing Aids and Materials in Contact with Food (Panel AFC) beraten. Es bewertet Zusatzstoffe nun anstelle des im Frühjahr 2003 aufgelösten SCF.

Eine E-Nummer wird an solche Zusatzstoffe vergeben, die der SCF bzw. das Expertengremium der EFSA bewertet und akzeptiert hat. Wissenschaftler des BfR arbeiten in den entsprechenden Gremien mit und leisten Beiträge für die gesundheitliche Bewertung neuer Zusatzstoffe wie auch für die Neubewertung bereits zugelassener Zusatzstoffe.

Kriterien der Bewertung

Für die zugelassenen Zusatzstoffe wurden bei der gesundheitlichen Bewertung in der Regel jeweils akzeptable tägliche Aufnahmemengen (Acceptable Daily Intake, ADI) abgeleitet. Diese ADI-Werte basieren überwiegend auf den Ergebnissen von Tierexperimenten, in denen die Tiere den betreffenden Zusatzstoff zumeist täglich über einen langen Zeitraum mit dem Futter in vergleichsweise hohen Konzentrationen erhalten haben. Die Dosis, bis zu der keine unerwünschten Reaktionen auftraten (No-Observed-Adverse-Effect-Level, NOAEL), wird durch einen Sicherheitsfaktor (in der Regel 100) geteilt. Dadurch sollen Unsicherheiten bei der Übertragung der Studienergebnisse vom Tier auf den Menschen und individuelle Unterschiede berücksichtigt werden. Somit beträgt der ADI-Wert häufig ein Hundertstel des NOAEL. Er wird in mg/kg Körpergewicht angegeben. Diese Menge kann ein ganzes Leben lang täglich aufgenommen werden, ohne dass unerwünschte Wirkungen zu erwarten sind. Gelegentliche kurzfristige Überschreitungen des ADI-Werts sind nach diesem ADI-Konzept tolerierbar. Für einige Zusatzstoffe wurden keine numerischen ADI-Werte abgeleitet, das Fazit der Bewertung lautete dann z.B. „akzeptabel“ oder „ADI not specified“. Die zugelassenen Zusatzstoffe sind im allgemeinen ausführlich geprüft, wobei auch, sofern vorhanden, verfügbare Daten aus Human-Studien berücksichtigt wurden.

Wissenschaftliche Berichte zur gesundheitlichen Bewertung von Zusatzstoffen

Die Stellungnahmen des entsprechenden europäischen Expertengremiums (Scientific Panel on Food Additives, Flavourings, Processing Aids and Materials in Contact with Food (Panel AFC) der Europäischen Lebensmittelbehörde (European Food Safety Authority, EFSA)) werden im Internet veröffentlicht (siehe „Externe Links“)

Die Einschätzungen des Wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses der EU-Kommission (SCF) sind in den Berichten des Wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses der Kommission der Europäischen Gemeinschaften zusammengestellt (siehe „Externe Links“).

Die Bewertungen des Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA) sind in den Technical Report Series (TRS) der WHO sowie in den Food Additives Series (FAS) „Toxicological evaluation of certain food additives and contaminants“ veröffentlicht. (Die Dokumente sind zu beziehen über das WHO Joint Secretary of JECFA, International Programme on Chemical Safety, World Health Organization, CH-1211 Genf 27, vgl. auch „Externe Links“ auf dieser Seite.)

nach oben

Stellungnahmen

 (15 Dokumente)
Datum Titel Größe
14.07.2011
Stellungnahme Nr. 015/2012 des BfR
Bewertung von „Candy Sprays“ mit erhöhtem Zitronensäuregehalt 160.5 KB
PDF-Datei
12.01.2012
Stellungnahme Nr. 003/2012 des BfR
Der Einsatzbereich von Natamycin als Lebensmittelzusatzstoff sollte nicht erweitert werden 80.5 KB
PDF-Datei
07.09.2000
Stellungnahme des BgVV;
Einschätzung von Beta-Carotin durch den Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU 20.5 KB
PDF-Datei
19.11.2003
Stellungnahme des BfR
Farbstoffe Sudan I bis IV in Lebensmitteln 153.9 KB
PDF-Datei
19.05.2003
Aktualisierte Stellungnahme des BfR
Gesundheitliche Bewertung von Raucharomen 16.7 KB
PDF-Datei
09.01.2004
Aktualisierte Stellungnahme Nr. 006/2005 des BfR
Hohe Gehalte an Zitronensäure in Süßwaren und Getränken erhöhen das Risiko für Zahnschäden 60.5 KB
PDF-Datei
13.09.2007
Stellungnahme Nr. 040/2007 des BfR
Hyperaktivität und Zusatzstoffe - gibt es einen Zusammenhang? 103.3 KB
PDF-Datei
09.09.2003
Stellungnahme des BfR
Natamycin als Lebensmittelzusatzstoff 32.3 KB
PDF-Datei
01.06.2004
Aktualisierte Stellungnahme des BfR
Nutzen und Risiken der Jodprophylaxe in Deutschland 142.2 KB
PDF-Datei
31.05.2001
Stellungnahme des BgVV;
Süßstoff Cyclamat in Lebensmitteln 16.3 KB
PDF-Datei
12.12.1994
Stellungnahme des BgVV;
Süßstoff Sucralose (Trichlorogalactosucrose -TGS) 57.0 KB
PDF-Datei
09.12.2004
Stellungnahme des BfR vom 27.03.2003, Aktualisierung
Verwendung von Nitrat und Nitrit als Lebensmittelzusätze - Urteil des Europäischen Gerichtshofes 32.3 KB
PDF-Datei
23.10.2001
Stellungnahme des BgVV;
Verzehr von nitrit-/nitratgepökelten Fleischwaren - Bewertung eines Gutachtens zur Beurteilung der Gefährdungslage beim Menschen 50.5 KB
PDF-Datei
06.06.2002
Stellungnahme des BgVV;
Wirkt Saccharin photoallergen? 27.5 KB
PDF-Datei
16.07.2003
Stellungnahme des BfR
Überempfindlichkeitsreaktionen durch Glutamat in Lebensmitteln 9.5 KB
PDF-Datei

nach oben

Sonstige

 (5 Dokumente)
Datum Titel Größe
21.01.2004
Pressemitteilung der Europäischen Kommission
New measures to stop imports of chilli and chilli products with carcinogenic red dye 59.8 KB
PDF-Datei
21.08.2003
Information des BfR
Bewertung von Süßstoffen 19.1 KB
PDF-Datei
18.01.2007
Bericht des BfR
Folsäurestatus in Europa und Möglichkeiten der Intervention 128.6 KB
PDF-Datei
14.02.2003
Beantwortung einer Anfrage an das BfR;
Jodiertes Kochsalz und Reaktivierung einer Tuberkulose 28.0 KB
PDF-Datei
25.02.2005
Pressemitteilung des BMVEL
Müller: Farbstoff Sudanrot konsequent vom Markt nehmen 17.2 KB
PDF-Datei

nach oben

Externe Links

 (13 Dokumente)
Link
Agency revises advice on certain artificial colours (Presseinformation der Food Standards Agency vom 10. September 2007)
Minutes Statement on Smoke Flavourings (Stellungnahme des SCF vom 4. März 2003)
Opinion concerning the safety of paraben usage in food (AFC, 28 September 2004)
Opinion of the Scientific Committee on Food on Benzyl alcohol (vom 24. September 2002)
Opinion on a request from the Commission related to a new long-term carcinogenicity study on aspartame (Stellungnahme der EFSA vom 3. Mai 2006)
Report on Smoke Flavourings (Bericht des SCF vom 25. Juni 1993)
Empfehlungen des SCF für Untersuchungen zur Bewertung von Lebensmittelzusatzstoffen (Guidance on Submissions for Food Additive Evaluations by the Scientific Committee on Food; Opinion vom 11. Juli 2001)
Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)
Gesundheitliche Bewertungen von Lebensmittelzusatzstoffen durch den Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU-Kommission (SCF)
Informationen der EU-Kommission zu Zusatzstoffen und Aromastoffen
JECFA: Monographien und Bewertungen von Zusatzstoffen (Monographs & Evaluations, nur in Englisch)
Königreich Dänemark/Kommission - Pressemitteilung 20/03 vom 20. März 2003 zum Urteil des Gerichtshofes
Stellungnahme der DFG - Senatskommission zur Beurteilung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Lebensmitteln zur potentiellen Beteiligung einer oralen Glutamat-Aufnahme an chronischen neurodegenerativen Erkrankungen (Endfassung vom 8. April 2005)

nach oben