Fragen und Antworten zu BSE

Aktualisierte FAQ vom 15. März 2006
Viele Verbraucher wenden sich mit ihren Fragen zu BSE an das Bundesinstitut für Risikobewertung. Im Folgenden haben wir unsere Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zusammengefasst. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Pressedienste und Stellungnahmen des BfR und seiner Vorgängerinstitution BgVV, die Sie ebenfalls auf unserer Homepage finden.
Fragen
- Was ist BSE?
- Woher kommt BSE?
- Wo hat es bisher überall BSE-Fälle gegeben?
- Wie gefährlich ist BSE für den Menschen?
- Können Schafe BSE bekommen?
- Können Schweine BSE bekommen?
- Können Geflügel und Fische BSE bekommen?
- Wie kann man sich mit BSE infizieren?
- Sollte man besser auf Fleisch verzichten?
- Ist Öko-Fleisch sicherer?
- Ist Fleisch aus Ländern, die bisher keine BSE-Fälle gemeldet haben, sicher?
- Werden BSE-Erreger beim Kochen oder Braten zerstört?
- Bergen Milch oder Milchprodukte ein Infektionsrisiko?
- Ist Babynahrung sicher?
- Was ist mit Gelatine und Produkten, in denen Gelatine verarbeitet ist?
- Wie sicher sind Produkte, die tierische Fette enthalten, wie z.B. Schokolade?
- Können Arzneimittel oder Tierarzneimittel ein Risiko darstellen?
- Sind kosmetische Mittel sicher?
- Können mein Hund oder meine Katze BSE bekommen?
- Stellen Düngemittel, die aus tierischen Materialien hergestellt werden, ein BSE-Risiko dar?
- Was tut das BfR, um mich vor BSE zu schützen?
- Was tut die Bundesregierung, um mich vor BSE zu schützen?
- Wie stellt sich die Situation in Deutschland dar?
Was ist BSE?
Das Kürzel „BSE“ steht für „Bovine Spongiforme Enzephalopathie“ und bezeichnet eine schwammartige Veränderung des Gehirns von Rindern. Der BSE-Erreger bewirkt die Zerstörung des Zentralen Nervensystems der Tiere und führt dadurch zum Tod.
BSE hat eine sehr lange Inkubationszeit. Die Tiere infizieren sich meist schon als Kälber. Krankheitssymptome treten im Durchschnitt jedoch erst bei 5-6 Jahre alten Tieren auf. So alt werden in der Regel nur Kühe. Die Rinder werden zunehmend ängstlich und orientierungslos. Sie reagieren überempfindlich auf Berührung, Lichtreize und Geräusche und werden teilweise aggressiv. Ihr Gang wird unsicher. Der Volksmund spricht deshalb auch von „Rinderwahn“.
BSE gehört zu einer Gruppe von Krankheiten, die bisher nur bei Säugetierarten aufgetreten sind, den sogenannten „Transmissiblen Spongiformen Enzephalopathien“ (übertragbaren schwammartigen Gehirnerkrankungen, TSE). Die Mehrheit der Wissenschaftler geht heute davon aus, dass es sich bei den Erregern um „Prionen“ handelt. Das sind infektiöse Eiweiße, welche körpereigene Eiweiße, die Prionproteine, in eine krankmachende Form umfalten. TSE-Erkrankungen werden daher auch „Prionkrankheiten“ genannt. Eine TSE-Infektion erfolgt üblicherweise durch die Aufnahme erregerhaltiger Nahrung. TSE-Erreger können nicht nur innerhalb derselben Tierart, sondern auch auf andere Tierarten übertragen werden und bewirken dort vergleichbare schwammartige Veränderungen im Gehirn.
Eine relativ häufig vorkommende transmissible spongiforme Enzephalopathie ist die Traberkrankheit (Scrapie), die bei Schafen und Ziegen auftritt. Sie ist seit mehr als 200 Jahren bekannt. Eine Übertragung von Scrapie auf den Menschen ist nicht belegt.
Woher kommt BSE?
BSE wurde erstmals 1986 bei einem Rind im Vereinigten Königreich nachgewiesen. Über die Entstehung von BSE gibt es verschiedene Theorien, aber keine eindeutige Antwort. Eine epidemiologisch untermauerte These geht davon aus, dass BSE in Großbritannien durch die Verfütterung von erregerhaltigem tierischen Material (insbesondere Tiermehl) auf den Pflanzenfresser Rind übertragen wurde. Dieses Tiermehl enthielt auch Hirn und Rückenmark. Diese können bei infizierten Tieren schon Monate vor Ausbruch der Erkrankung den Erreger in hohen Konzentrationen aufweisen. Die These wird durch die Tatsache gestützt, dass man Rinder mit BSE infizieren kann, wenn man sie mit erregerhaltigem Material füttert. Die Entstehung und die hohen Erkrankungszahlen im Vereinigten Königreich (über 180.000 gemeldete Fälle seit 1986) werden damit erklärt, dass dort in den 80er Jahren das Herstellungsverfahren für Tiermehl verändert wurde und TSE-Erreger in der Folge nicht mehr ausreichend inaktiviert wurden. Ob der Ursprung von BSE ein Scrapie-Erreger war, der sich an das Rind angepasst hat, oder ob der BSE-Erreger seit jeher sporadisch im Rind vorkam, ist wahrscheinlich nicht mehr zu klären.
Wo hat es bisher überall BSE-Fälle gegeben?
In Europa traten BSE-Fälle zunächst in Großbritannien auf und breiteten sich von dort auf andere Länder, insbesondere Irland, Portugal und die Schweiz, aus. Bis Februar 2006 wurden nicht nur aus Deutschland und fast allen anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft, sondern auch aus anderen europäischen Ländern wie z.B. Liechtenstein BSE-Fälle gemeldet. Auch aus außereuropäischen Ländern sind BSE-Fälle bekannt, so z.B. aus Kanada, Japan, Israel und den USA.
Wie gefährlich ist BSE für den Menschen?
Der „Rinderwahn“ gehört zur Gruppe der transmissiblen spongiformen Enzephalopathien, von denen einige schon seit längerem beim Menschen beschrieben sind. Die wohl bekannteste ist die Creutzfeldt-Jakob Krankheit (CJK), eine seltene Erkrankung, die überwiegend bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte auftritt und immer zum Tode führt.
Im Jahr 1996 entdeckten Wissenschaftler jedoch eine neue Variante dieser Erkrankung (vCJK), die vorwiegend bei jüngeren Menschen auftritt. Der Erreger dieser vCJK lässt sich mit derzeitigen Verfahren nicht vom BSE-Erreger unterscheiden und ruft im Gehirn infizierter Mäuse nach der gleichen Inkubationszeit die gleichen Veränderungen hervor. Diese unterscheiden sich von denen, die bei einer Infektion mit dem Erreger der seit langem bekannten Formen der CJK gefunden wurden. Zudem konnte eine der menschlichen vCJK gleichende Erkrankung bei Affen durch den BSE-Erreger ausgelöst werden. Aus diesen Gründen hält es die Wissenschaft heute für sehr wahrscheinlich, dass der BSE-Erreger beim Menschen vCJK verursacht. Bis zum 3. März 2006 sind im Vereinigten Königreich 160 bestätigte und wahrscheinliche Fälle von vCJK aufgetreten, 15 Fälle wurden aus Frankreich, 4 aus Irland, und insgesamt 9 aus anderen Ländern bekannt. In Deutschland wurde bis zum 15. März 2006 kein Fall dieser neuen Creutzfeldt-Jakob-Variante gemeldet. Die Zahl der „klassischen“ Creutzfeldt-Jakob-Erkrankungen ist in Deutschland etwa konstant geblieben. Es laufen derzeit weltweit zahlreiche Forschungsprogramme, von denen man sich eine Antwort auf die Frage erhofft, wie gefährdet Menschen durch BSE tatsächlich sind und von welchen Faktoren eine mögliche Infektion abhängt.
Können Schafe BSE bekommen?
Eine natürlich vorkommende BSE-Infektion war beim Schaf bisher nicht bekannt. Kürzlich gerieten zwei Schafe aus Frankreich und eins aus Zypern unter BSE-Verdacht, der durch weitergehende Untersuchungen jedoch bisher nicht bestätigt werden konnte. Die endgültige Abklärung durch den Maustest steht aber noch aus. Experimentell können Schafe mit BSE infiziert werden, sowohl über eine Injektion erregerhaltigen Materials als auch über dessen Verfütterung. Die Krankheitserscheinungen gleichen weitgehend der von Scrapie, auch die Ausbreitung im Körper des Schafes ist der bei Scrapie vergleichbar und ebenso abhängig von dessen genetisch bestimmtem Grad der Empfänglichkeit. Das ehemalige Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) hat sich deshalb bereits Anfang des Jahres 2001 dafür eingesetzt, dass Schlachtschafe getestet werden und die Hersteller aufgefordert, ein aussagekräftiges Verfahren zu erarbeiten. Diese Tests sind seit dem 1. Januar 2002 EG-weit stichprobenweise bei über 18 Monate alten geschlachteten und verendeten Schafen vorgeschrieben. Seitdem wurden vermehrt Scrapie-Fälle gefunden. Aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes darf, ebenso wie von Rind und Ziege, seit Oktober 2000 kein Risikomaterial mehr vom Schaf verwendet werden. Inzwischen wurden auch weitere Gewebe zu spezifiziertem Risikomaterial erklärt.
Können Schweine BSE bekommen?
In den wenigen bisher durchgeführten Versuchen ist es zwar gelungen, Schweine durch die massive Injektion erregerhaltigen Materials mit BSE zu infizieren, nicht aber auf dem Futterweg. Natürliche TSE-Erkrankungen sind beim Schwein nicht bekannt.
Können Geflügel und Fische BSE bekommen?
Bei Geflügel ist eine Infektion mit BSE bislang weder durch die Injektion erregerhaltigen Materials noch über den Futterweg gelungen. Auch bei Fischen sind keine TSE-Erkrankungen bekannt.
Wie kann man sich mit BSE infizieren?
Eine Infektion mit BSE erfolgt hauptsächlich über die Nahrung. Auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch durch kontaminierte chirurgische Instrumente oder Bluttransfusionen wie bei der CJK gibt es inzwischen Hinweise. Eine Übertragung durch Kontakt zu erkrankten Tieren ist hingegen nicht bekannt. Der Verzehr von erregerhaltigem Risikomaterial gilt als wahrscheinlichster Infektionsweg für den Menschen. Als Risikomaterial bezeichnet man Körperteile, in denen man bei erkrankten Tieren den BSE-Erreger gefunden hat. Es ist deshalb verboten, solches Risikomaterial (was im einzelnen dazu gehört, ist gesetzlich unter dem Begriff „spezifiziertes Risikomaterial“ definiert) für die Herstellung von Lebensmitteln, Arzneimitteln, Tierarzneimitteln oder Kosmetika zu verwenden. Risikomaterial darf auch nicht für andere Zwecke eingesetzt werden (wie z.B. zur Herstellung von Hunde- oder Katzenfutter), sondern muss gesondert gesammelt und ausnahmslos vernichtet werden.
Sollte man besser auf Fleisch verzichten?
Es gibt bis heute keine Belege dafür, dass die Infektion durch das Muskelfleisch von unerkannt BSE-infizierten Schlachttieren auf den Menschen übertragen werden kann. Ein Rind, bei dem der Schnelltest nach der Schlachtung eine BSE-Infektion nachweist, wird für die Weiterverarbeitung untauglich erklärt und unschädlich beseitigt. Dies gilt auch für alle anderen Rinder, die mit ihm zusammen geschlachtet und dabei möglicherweise kontaminiert wurden. Allerdings weisen die bei Schlachttieren vorgeschriebenen BSE-Tests eine Infektion erst im Spätstadium der Inkubationszeit nach. Wegen der heute noch offenen Fragen besteht ein wissenschaftlich nicht quantifizierbares Restrisiko für den Verbraucher. Wer dieses Restrisiko für sich ausschließen will, muss auf den Verzehr von Rindfleisch, Schaf- und Ziegenfleisch verzichten.
Hinsichtlich des Verzehrs von Schweine-, Geflügelfleisch und Fisch gibt es keine Hinweise auf ein Risiko einer TSE-Übertragung auf den Menschen.
Ist Öko-Fleisch sicherer?
Bei Rindern, die von Geburt an unter den strengen Bedingungen des ökologischen Landbaus gehalten wurden, ist bisher kein Fall von BSE bekannt geworden. Dennoch ist die ökologische Haltung kein Garant für BSE-Freiheit. Da im ökologischen Landbau jedoch kein Tiermehl verfüttert wurde und dort eingesetzte Milchaustauscher keine tierischen Fette außer Milchfett enthalten durften, ist die Infektionsgefahr für Rinder aus dieser Haltungsform auch in der Vergangenheit als gering einzuschätzen.
Ist Fleisch aus Ländern, die bisher keine BSE-Fälle gemeldet haben, sicher?
Der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss der Europäischen Kommission und das BIOHAZARD-Panel der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) haben viele europäische und außereuropäische Länder in Bezug auf das Geographische BSE-Risiko untersucht. Hierbei wurden die Länder unter Berücksichtigung des möglichen Erregereintrags und der Erregerverbreitung durch den Import von lebenden Rindern und Futtermitteln, der Verfütterung und Behandlung tierischer Abfälle, des Verbleibs von Risikomaterial und der BSE-Überwachung in eine von vier Risikokategorien eingeteilt. Eine verbindliche Aussage zur tatsächlichen BSE-Situation in diesen Ländern könnte nur auf der Basis der Ergebnisse systematischer BSE-Tests bei normal, not- und krank geschlachteten, verendeten und getöteten Rindern getroffen werden. Solche Tests werden jedoch außerhalb der EU häufig nicht in ausreichendem Umfang durchgeführt.
Werden BSE-Erreger beim Kochen oder Braten zerstört?
Der BSE-Erreger ist sehr hitzestabil. Temperaturen, die beim Kochen (auch im Dampfkochtopf) oder Braten erreicht werden, würden nicht ausreichen, um vorhandene Erreger vollständig zu zerstören.
Bergen Milch oder Milchprodukte ein Infektionsrisiko?
Durch Milch konnte bislang keine Infektion übertragen werden. Dementsprechend ist auch für Milchprodukte keine Übertragung anzunehmen. Zudem darf nur Milch klinisch gesunder Tiere als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden. Auch hier gilt jedoch, dass ein möglicherweise bestehendes Restrisiko nicht ausgeschlossen werden kann.
Ist Babynahrung sicher?
Die Hersteller von Babynahrung haben zugesichert, ausschließlich Fleisch von ausgewählten Tieren zu verwenden, die in Herden geboren und aufgezogen wurden, in denen bisher keine BSE-Fälle aufgetreten und aufgrund ihrer Haltungs- und Fütterungsbedingungen auch kaum zu erwarten sind.
Was ist mit Gelatine und Produkten, in denen Gelatine verarbeitet ist?
Speisegelatine wird in Deutschland überwiegend aus Schweineschwarte hergestellt. Soweit Rindermaterial verwendet wird, muss dieses von genusstauglichen Rindern stammen, frei von BSE-Risikomaterial sein und einem BSE-Erreger in hohem Grade zerstörenden Herstellungsverfahren unterzogen werden. Eine BSE-Infektion durch den Verzehr von Gelatine erscheint deshalb nach heutigem Kenntnisstand sehr unwahrscheinlich.
Wie sicher sind Produkte, die tierische Fette enthalten, wie z.B. Schokolade?
Tierische Fette, die in der Lebensmittel-, Arzneimittel- bzw. Tierarzneimittel-, Futtermittel- und Kosmetikaherstellung eingesetzt werden, dürfen nur von genusstauglichen Tieren gewonnen werden. Schokolade darf neben bestimmten pflanzlichen Fetten nur Milchfett enthalten; der Einsatz anderer tierischer Fette zur Herstellung von Schokolade ist nicht zulässig.
Können Arzneimittel oder Tierarzneimittel ein Risiko darstellen?
Seit vielen Jahren gelten für die Herstellung von Arznei- und Tierarzneimitteln strenge Sicherheitsvorkehrungen. Diese gehen teilweise über die für Lebensmittel geforderten hinaus, weil Arznei- und Tierarzneimittel z.T. auch direkt in den Organismus eingebracht werden (z.B. durch Injektion). Rindermaterial, das für Arznei- oder Tierarzneimittel verwendet wird, muss so gewonnen werden, dass sich das Risiko, an einer CJK zu erkranken, nicht erhöht. Derzeit erkranken weltweit jährlich rund 1 von 1 Million Menschen an CJK.
Sind kosmetische Mittel sicher?
Für die Herstellung kosmetischer Mittel gelten vergleichbar strenge Vorgaben wie für Arzneimittel. Eine BSE-Übertragung über die Haut ist zudem nicht belegt.
Können mein Hund oder meine Katze BSE bekommen?
BSE-ähnliche Infektionen (FSE) sind bei der Katze beschrieben, nicht aber beim Hund. Auch hier wird die Erkrankung über das Futter übertragen. Daher wird auch in Heimtierfutter nur Material von genusstauglichen Tieren verwendet.
Stellen Düngemittel, die aus tierischen Materialien hergestellt werden, ein BSE-Risiko dar?
Auch hier ist die Verwendung von Risikomaterial in jedem Fall verboten. Eine Übertragung von BSE über den Boden ist bisher nicht belegt. Bisher fehlen jedoch Verfahren, die TSE-Erreger in Böden im Rahmen von Routineuntersuchungen mit ausreichender Sicherheit nachweisen könnten.
Was tut das BfR, um mich vor BSE zu schützen?
Das ehemalige Bundesgesundheitsamt (BGA) hat bereits 1993, das ehemalige Bundesinstitut für Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) erneut 1995 auf die Möglichkeit einer Übertragung von BSE auf den Menschen hingewiesen und vorsorglich Verbraucherschutzmaßnahmen gefordert. Insbesondere hat das BgVV Herstellern von Lebensmitteln und kosmetischen Produkten schon damals nahegelegt, die BSE-Sicherheit ihrer Rohmaterialien zu garantieren und ggf. auf anderes als Rindermaterial auszuweichen. Seither hat das BgVV und in seiner Nachfolge das BfR (zum Teil gemeinsam mit anderen Landes- und Bundeseinrichtungen) der Bundesregierung umfangreiche Verbraucherschutzmaßnahmen vorgeschlagen. Zu diesen gehörten beispielsweise die Ausweitung der Risikomaterialdefinition beim Rind auf den gesamten Darm einschließlich des Darmgekröses (beide dürfen bei Rindern aller Altersklassen heute nicht mehr zur Lebensmittelherstellung verwendet werden) und die Einführung besonderer Vorsichtsmaßnahmen bei der Kopffleischgewinnung. Darüber hinaus hat das BgVV und in seiner Nachfolge das BfR umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen im Schlachtprozess gefordert, um eine Kontamination des Fleisches gesunder Tiere durch Gewebe BSE-infizierter Tiere so weit wie möglich auszuschließen. Auch diese Schutzmaßnahmen sind bereits zum Teil in die Praxis umgesetzt worden.
Was tut die Bundesregierung, um mich vor BSE zu schützen?
Die Bundesregierung hat gemeinsam mit den anderen Ländern der Europäischen Union eine Reihe von Gesetzen und Verordnungen erlassen, die den Verbraucher vor BSE schützen sollen. Zu den wichtigsten Vorbeugemaßnahmen im Lebendbereich zählen zum einen das Verbot der Verfütterung von tierischem Material (insbesondere Tiermehl, in Deutschland auch von Tierfetten), das von Säugetieren, Vögeln und Fischen gewonnen wurde, an alle Wiederkäuer und landwirtschaftlich genutzten lebensmittelliefernden Tiere. Ausnahmen gelten nur für Milch und ihre Bestandteile. Zum anderen zählt zu den wichtigsten Vorbeugemaßnahmen die Ermittlung und Vernichtung aller Stallgenossen BSE-positiver Rinder, soweit sie dem gleichen Ansteckungsrisiko ausgesetzt waren (Kohortentötung).
Die rückläufige Entwicklung der BSE-Fälle nicht nur im Vereinigten Königreich lässt hoffen, dass die konsequente Durchsetzung der getroffenen EU-Schutzmaßnahmen langfristig zu einer Ausmerzung von BSE führen wird.
Wie stellt sich die Situation in Deutschland dar?
EU-weit müssen alle über 30 Monate alten Rinder aus Normalschlachtungen (in Deutschland derzeit noch alle 24 Monate alten Rinder), alle über 24 Monate alten Rinder aus Not- und Krankschlachtungen sowie alle über 24 Monate alten verendeten Rinder auf BSE untersucht werden. Rinder mit BSE-verdächtigen Krankheitserscheinungen und Tiere aus Kohortentötungen werden in jedem Fall auf BSE untersucht. Bis einschließlich Februar 2006 wurden in Deutschland mehr als 13 Millionen Rinder getestet und dabei erst 399 infizierte Tiere entdeckt. Diese Zahlen liegen deutlich unter manchen anfänglichen Schätzungen. Die Zahl der infizierten Rinder geht seit 2001 zurück. Die bis einschließlich Februar aufgetretenen 6 BSE-Fälle des Jahres 2006 belegen aber das weiterhin bestehende Risiko.
Fragen und Antworten
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Datum
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Titel
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Größe
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15.03.2006 Aktualisierte FAQ |
Ausgewählte Fragen und Antworten zu BSE |
52.0 KB
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Presseinformationen
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Datum
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Titel
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Schlagworte |
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28.01.2005 04/2005 |
Erster BSE-Fall bei einer Ziege bestätigt | BSE, Ziegen |
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03.01.2001 01/2001 |
BgVV für Bündelung der Kompetenzen im gesundheitlichen Verbraucherschutz und mehr Transparenz für den Verbraucher | Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE), Verbraucherschutz |
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28.11.2000 26/2000 |
BSE: Keine absolute Sicherheit für den Verbraucher | Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE), Lebensmittelsicherheit |