Adipositas

Was versteht man unter Adipositas?

Bei der Adipositas (Fettleibigkeit) handelt es sich um eine Zunahme des Körpergewichts durch eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfettanteils mit krankhaften Auswirkungen. Adipositas ist eine chronische Gesundheitsstörung mit eingeschränkter Lebensqualität und erhöhtem Krankheits- und Sterberisiko.

Zur Bestimmung von Übergewicht und Adipositas dient der Körpermasseindex (englisch: Body Mass Index, BMI).  Er errechnet sich als Quotient aus Gewicht und Körpergröße zum Quadrat: BMI = Körpergewicht (kg) / Körpergröße ² (m²). Bei Erwachsenen wird ein BMI ab 25 kg/m²  als Übergewicht angesehen. Ab einem BMI von 30 kg/m²  besteht eine Adipositas. Der BMI erfasst zwar – mit Einschränkungen - das Ausmaß des Übergewichts, nicht jedoch die Verteilung des Körperfettes. Daher wird zur Beurteilung der Fettverteilung zusätzlich der Taillenumfang mit herangezogen.

Wie häufig tritt Adipositas in Deutschland und in Europa auf?

Die zunehmende Fettleibigkeit der europäischen Bürger ist eines der größten Probleme, denen sich die Gesundheitssysteme stellen müssen. So hat sich in den letzten 20 Jahren die Rate an Adipositas in 15 EU-Mitgliedstaaten mehr als verdoppelt. Inzwischen sind mehr als die Hälfte der erwachsenen EU-Bevölkerung übergewichtig oder fettleibig. Im Durchschnitt leiden etwas mehr als 15 Prozent der Erwachsenen in der EU unter Adipositas. Ferner ist bereits jedes siebte Kind in der EU übergewichtig oder fettleibig.

Aktuelle Zahlen zeigen, dass in Deutschland derzeit 45,5 Prozent der Männer und 29,5 Prozent der Frauen als übergewichtig anzusehen sind sowie 20,5 Prozent der Männer und 21,1 Prozent der Frauen als adipös. Im Jahre 2009 wurden  21 000 Patienten wegen Adipositas in deutschen Vorsorge- und Rehabilitationskliniken behandelt. Davon waren 43 Prozent unter 18 Jahre alt.

Ursachen der Adipositas

Die Adipositas des Menschen ist die Konsequenz einer längerfristigen Störung der Energiebilanz. Bei einer höheren Energiezufuhr im Vergleich zum Energieverbrauch wird die überschüssige Energie in Form von Fett im Körper gespeichert, wodurch das Körpergewicht ansteigt.Faktoren, die eine Entstehung von Übergewicht bzw. Adipositas wesentlich fördern können, sind unzureichende körperliche Bewegung im Zusammenspiel mit einer fett- und zuckerreichen Ernährung und einer insgesamt überhöhten Kalorienaufnahme.

Folgeerkrankungen der Adipositas

Ein stark erhöhtes Körpergewicht beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen, sondern kann auch die Lebenserwartung verkürzen. Adipositas ist neben Tabakkonsum und Alkoholmissbrauch ein vermeidbarer gesundheitlicher Risikofaktor. Im Zusammenhang mit Adipositas können schwerwiegende Gesundheitsstörungen auftreten wie z. B. Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit, „Altersdiabetes“), Fettstoffwechselstörungen sowie arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) und weitere Herz-Kreiskauf-Erkrankungen. Liegen diese Störungen zusammen mit bauchbetonter Adipositas vor, spricht man vom metabolischen Syndrom. In der Folge können sich Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter verstärken und zum Tode infolge von Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

Prävention und Therapie von Übergewicht und Adipositas

Der Prävention von Übergewicht und Adipositas kommt angesichts des häufigen Auftretens und der erheblichen medizinischen und wirtschaftlichen Konsequenzen besondere Bedeutung zu. Um der Entstehung von Übergewicht vorzubeugen bzw. bereits bestehendes Übergewicht abzubauen, muss ein gesundheitsförderndes Ernährungsverhalten zusammen mit entsprechend nachhaltig veränderter Lebensführung erlernt und langfristig gefestigt werden.

Prävention und Therapie sollte auf einer energiereduzierten, fettmoderaten, stärkebetonten und ballaststoffreichen Ernährung basieren. Für die Gesundheit günstige Fette sind solche aus Raps- und Olivenöl und aus Seefisch. Empfohlen wird regelmäßige körperliche Aktivität und eine allgemeine Erhöhung des Bewegungsniveaus. Im Rahmen des Behandlungskonzepts kann es hilfreich sein, auch Partner bzw. Partnerin sowie die Familie der Betroffenen unterstützend mit einzubeziehen.

Welche Aufgabe erfüllt das BfR?

Das BfR verfasst Gutachten und Stellungnahmen zu Fragen der Lebensmittelsicherheit und des gesundheitlichen Verbraucherschutzes. In diesem Zusammenhang berät das BfR die Bundesregierung sowie andere Institutionen und Interessengruppen u. a. bei Fragen zu Ernährungsrisiken, Kennzeichnungsvorschriften und gesundheitsbezogenen Angaben auf Lebensmitteln.

 

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