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Amygdalin

Amygdalin ist ein Glykosid, aus dem sich durch enzymatische Spaltung Blausäure bilden kann. Es kommt in bitteren Mandeln, Aprikosenkernen, Apfelkernen und Samen anderer Steinfrüchte in größeren Mengen vor.

Aprikosenkerne und amygdalinhaltige Präparate werden im Internet angeboten. In einigen Fällen wird damit geworben, dass sie gegen Krebs helfen. Diese Aussage ist irreführend, weil die Wirkung wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist. Mittel, die zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden, müssen ein Zulassungsverfahren als Arzneimittel durchlaufen. Darin muss unter anderem die Wirksamkeit nachgewiesen werden. Als Lebensmittel dürfen solche Produkte nicht vertrieben werden.

Die während der Verdauung entstehende Blausäure kann zu schweren akuten Vergiftungen mit Krämpfen, Erbrechen und Atemnot führen, in hohen Dosen kann der Tod durch eine Atemlähmung eintreten. Schon beim Verzehr weniger bitterer Aprikosen- oder Mandelkerne kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen. Erwachsene Verbraucher sollten deshalb nicht mehr als ein bis zwei bittere Aprikosenkerne pro Tag verzehren oder darauf vorsorglich völlig verzichten und auch Präparate nicht verwenden, die Amygdalin enthalten.

Stellungnahmen

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Datum Titel Größe
07.04.2015
Aktualisierte Stellungnahme Nr. 009/2015 des BfR
Zwei bittere Aprikosenkerne pro Tag sind für Erwachsene das Limit - Kinder sollten darauf verzichten 45.5 KB
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Presseinformationen

 (1)
Datum Titel Schlagworte
07.06.2007
07/2007
Bittere Aprikosenkerne können zu Vergiftungen führen

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